Die Nacht war ruhig. Wir konnten beide in aller Ruhe durchschlafen. Eigentlich wollten wir uns Recht früh wieder los machen, bzw. aufstehen. Aber irgendwie hatten uns die letzten drei Tage etwas zugesetzt (Schlafmangel). Ich glaube es war 9 Uhr, als ich das erste mal durch das kleine Fenster im Zelt nach draußen geschaut habe. Draußen sah es immer noch freundlich aus und es waren kaum Wolken am Himmel zu sehen. Das der dritte Tag noch so chaotisch werden sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Endlich aus dem Zelt gekrochen, machten wir uns erstmal was zum Frühstück. Es gab Vital Brot, mit Allerwurst und Haferflocken mit Pulver-Milch. An letzteres mussten wir uns erst noch gewöhnen. Da wir beide auf Kindermilch zurück gegriffen hatten und Diese im Vergleich zu normaler Milch etwas süßlicher schmeckt.

Ein Blick Richtung Himmel versprach irgendwie nichts gutes. Hinter den Bäumen zogen Regenwolken auf. Na toll, warum sollten wir denn auch Glück mit dem Wetter haben. Also beschleunigten wir unser Frühstück und sammelten unsere sieben Sachen etwas schneller ein, als ursprünglich geplant. Gerade als wir Zelt und alle anderen Ding im Auto verstaut hatten, kamen die ersten Tropf vom Himmel. Aber gut, das war jetzt zum Glück erstmal egal, denn wir saßen ja im Trockenen. Viel wichtiger war die Frage… Wo geht es jetzt eigentlich hin?

Schon am Abend hatten wir beschlossen, dass es wenig Sinn macht unsere geplanten Ziele an zu fahren, da diese so wie so schlecht mit dem Auto zu erreichen waren und aller Wahrscheinlichkeit eh unterwasser gestanden hätten. Also suchten wir uns ein weiteres Ziel auf der Landkarte aus, wieder in der Hoffnung einen schönen und geeigneten Zeltplatz, auf dem Weg dort hin, zu finden. Ich kann euch leider gar nicht mehr genau erzählen, welches Ziel wir als erstes ins Auge gefasst hattem. Ich bin der Meinung es sollte erstmal weiter Richtung Uddheden gehen. Sicher bin ich mir da allerdings nicht mehr.

Wir dachten eigentlich, das wir schnell einen neuen Platz ausfindig machen würden… aber das war heute ein Trugschluss. Eh wir uns versahen, war es 3 Uhr Nachmittags. Nach unzähligen Straßen Kilometern hatten wir zwar halb Värmland gesehen, aber keinen geeigneten Zeltplatz gefunden. Waren wir etwa zu Anspruchsvoll? Ein See, eine trockene Wiese und im besten Fall ein kleiner Platz zum Feuer machen – das kann doch echt nicht zu viel verlangt sein. Ach ja und das Auto bräuchte natürlich noch einen kleinen Stellplatz.

tag 3 - unterwegs 2

Wir hielten immer wieder an verschiedenen Seen um Fotos zu machen und die wunderschöne Natur Schwedens zu bestaunen. An der Grenze zu Dalarnas Län wurde es immer karger, der Verkehr nahm ab und man sah nur noch vereinzelt Wohnhäuser an den Straßenrändern. Wir dachten hier etwas schneller einen Zeltplatz zu finden. Aber auch hier waren die Wissen, die wir ausfindig gemacht hatten, und an bzw. in der Nähe eines Sees lagen hoffnungslos überflutet, auch wenn die Straßen staub trocken waren.

tag 3 - Lastwagen kurz vor Dalarnas Län

Gegen 16 Uhr beschlossen wir wieder Richtung Ausgangspunkt zu fahren, um dort noch eine Nacht zu verbringen, um dann am nächsten Morgen höher in den Norden zu fahren, in der Hoffnung dort auf weniger bebaute Seen zu stoßen. Kurz bevor wir wieder am Ausgangspunkt ankamen, sahen wir kurz hinter Uddheden einen langen Sandstrand. Den hatte Christoph schon auf der Hinfahrt kurz wahrgenommen, aber nicht weiter beachtet. Da wir ja gerade mal 15 km im Auto saßen. Der Sandstrand führt entlang einer kleinen Bucht. Etwas ober halb der Straße standen ein paar Häuser, aber die standen soweit weg, das sie uns nicht weiter störten. Zum Strand selbst führte ein kleiner schmaler Schotterweg. Am Ende des Weges gab es sogar einen Parkplatz. Der aber ungenutzt war. In der Ferne sahen wir ein kleines Ruder-/Motorboot. Scheinbar waren die Leute von der anderen Uferseite auf den See gefahren, um dort ein paar Fische zu fangen. Wir beschlossen, den Strand erstmal ohne Gepäck ab zu laufen, um sicher zustellen, dass wir dort auch irgendwo unser Zelt aufstellen könnten. Nach circa 500 Meter fanden wir eine klasse Stelle. Sie lag genau zwischen den Bäumen, bot eine kleine Wiese und direkten Zugang zum Strand. Ein echt traumhafter Platz! Genau das war es, was wir den ganzen Tag vergeblich gesucht hatten. Schnell gingen wir wieder zum Auto um unser Zeug zu holen. Denn wir wollten endlich wieder unser Zelt aufschlagen und den Abend genießen. Wir saßen ja nun schon lange genug im Auto. Auch der Regen der uns eigentlich den ganzen Tag immer mal wieder aufsuchte war verschwunden.

Mit unserem gesamt Gepäck ging wir nun schnell wieder zu der auserwählten Stelle am Strand, bauten unser Zelt auf, sammelten Feuerholz, gruben ein kleines Loch in den Sandboden und entzündeten unser Lagerfeuer… herrlich!!!

tag 3 - unser zelt

Selbst das vorbei ziehende Gewitter konnte uns den Abend nicht mehr verderben. Der Platz war einfach perfekt. Zumal es uns klasse Bilder lieferte und einen tollen Regenbogen an den Himmel zauberte.

tag 3 - das gewitter

Wenige Minuten nach dem Gewitter sah die Welt in Schweden auch schon wieder friedlich aus.

tag 3 - nach dem Gewitter

 

 

GPS-Koordinaten

59°55’34.02″N – 12°54’44.57″E